Digitales Wartezimmer
Herzlich Willkommen in unserem Digitalen Wartezimmer. Hier könnt Ihr Euch die Zeit mit spannenden Fakten aus der Tierwelt vertreiben und unser faszinierendes Tieraugen-Memory entdecken.
Auf unserem Planeten Erde gibt es eine wundervolle Palette an Augen, die sich in Funktion, Struktur und Aussehen unterscheiden. Die Hauptkategorien kann man sich leichter erschließen, indem man sich vorstellt, in welcher Umgebung die Augen funktionieren und die Lebewesen leben müssen:
Sollen sie sich die meiste Zeit unter Wasser befinden, viel Sonne oder Wind aushalten oder selbst in absoluter Dunkelheit imstande sein etwas wahrzunehmen? Sind sie in einer Umgebung, in der man zum Beispiel viele Farbtöne unterscheiden muss? Oder braucht es gar keine so starke Farbwahrnehmung, weil man nur wissen muss, ob etwas lebt – und einen vielleicht fressen mag?
Man kann sich auch fragen, ob das Wesen, zu dem sie gehören, eher entspannt unterwegs ist oder flink und schnell. Isst es zum Beispiel Blätter oder heruntergefallenes Obst? Dann muss es seiner Nahrung nicht hinterher rennen. Wer hingegen rennt und dadurch viel mehr Informationen verarbeiten muss, ist dankbar für Augen, die einem einen Vorteil bringen, wenn es mal brenzlig wird: stabiles Sehen oder ein viel breiteres Sichtfeld können ein Vorteil sein. Es gibt sogar Tiere, die gleich mehrere Bereiche gleichzeitig scharf stellen können. Oder tausende Reize zu einem Bild zusammen setzen.
Und wir Menschen? Wir machen zusätzlich noch so viel mehr mit der Superkraft, die unsere Augen uns verleihen: Wir beschreiben, was wir sehen, halten Gesehenes in Gedichten, Zeichnungen oder Fotografien, in Zeitungsartikeln, Büchern und Online fest. Dadurch entwickeln wir uns weiter, da wir Wissen vermitteln können: Vergangenes für die Zukunft sichtbar machen.
Wir sind mittlerweile so weit, dass wir sogar eigene neue Welten erschaffen, die unsere Augen wiederum sehen – und mit denen wir manchmal erst umgehen lernen müssen. Dazu gehören nicht nur künstliche Umgebungen mit VR-Brillen. Auch Faktoren, die auf das Auge einwirken, sei es durch Ernährung, Heizungsluft, Sehhilfen oder Sonnenschutz durch UV-Filter, mit denen wir sie unterstützen, sind Elemente dieser neuen Welten, die unsere Sinne ständig neu fordern.
Wir kümmern uns heute um deine Augen. Und du lernst hier etwas über die unterschiedlichen Augen, die es noch auf unserem Planeten gibt.
Spiele jetzt unser Tier-Augen-Memory!
Du hast aber schöne Augen!
In unserem Tieraugen-Memory hast du heute bis zu 24 verschiedene Augen aufgedeckt. Und es gibt noch so viele mehr zu sehen. Manche Augentypen sind sich zum Beispiel erstaunlicherweise ähnlich, obwohl sie ganz unabhängig voneinander und in weiter Entfernung entstanden sind – selbst dann, wenn sich Nahrungsgrundlagen oder das Klima unterschieden haben.
Wenn wir nun eine Ausstellung über Augen für ein Museum planen würden, dann könnten wir die Räume nach ganz unterschiedlichen Kriterien kategorisieren:
Zum Beispiel danach, welche Tiere UV-Licht wahrnehmen können (wie die Bienen), wie viele Augen ein Tier hat (Spinnen zum Beispiel ein Hauptaugenpaar und mehrere Nebenaugen) oder z. B. welche Stellung die Augen im Kopf einnehmen. Wir Menschen haben sie zum Beispiel vorne – also auf nur einer Sicht-Seite – während ein Fisch oder ein Pferd sie hingegen seitlich und somit auf zwei verschiedenen Seiten trägt.
Es gibt also viele Kategorien, nach denen man Augen gruppieren kann. Wir stellen Euch die Superkräfte unterschiedlicher Linsenaugen mit den außergewöhnlichsten Pupillenformen vor. Außerdem zeigen wir Euch Facettenaugen (auch Komplexaugen genannt), die Bilder aus einem ganzen Mosaik an Bildpunkten zusammensetzen – wie die Auflösung einzelner Pixel eines Fernsehers. Und Punktaugen (Ocellen), wie sie Spinnen gleich in mehrfacher Ausführung haben und Heuschrecken, die diese als zusätzliche Helferleinaugen zu ihren Facettenaugen haben.
Damit haben wir schon mal die meisten Augen abgedeckt, die uns im Alltag begegnen werden.
Wer allerdings den Spiegelaugen von Jakobsmuscheln oder den krassesten Augen der Welt begegnen mag, nämlich denen der Fangschreckenkrebse, den schicken wir auf in die Welt, diese Sehorgane selbst zu erforschen!
Viel Spaß beim Staunen!

Katze
Katzen haben Linsenaugen mit Schlitzpupillen, die sich extrem anpassen können. Hinter der Netzhaut liegt das Tapetum lucidum, eine reflektierende Schicht, die Licht verstärkt. Dadurch sehen sie besonders gut bei wenig Licht. Perfekt für ihre Rolle als dämmerungsaktive Jäger.

Huhn
Hühner besitzen Linsenaugen mit sehr guter Farbwahrnehmung – sie sehen sogar UV-Licht. Ihre Augen sitzen seitlich, wodurch sie ein extrem weites Sichtfeld haben. Zusätzlich können sie zwei Bereiche gleichzeitig unterschiedlich fokussieren. Das hilft ihnen während der Futtersuche auf Gefahren zu achten.

Krokodil
Krokodile haben Linsenaugen mit vertikalen Pupillen und eine Nickhaut (drittes Augenlid), die wie eine Schutzbrille unter Wasser funktioniert. Ihre Augen sitzen oben am Kopf, sodass sie fast unsichtbar im Wasser lauern können. Ideal für den Überraschungsangriff.

Ziege
Ziegen besitzen horizontale Schlitzpupillen. Diese geben ihnen ein besonders breites Panorama-Sichtfeld. So erkennen sie frühzeitig Feinde in ihrer Umgebung – ein großer Vorteil für Fluchttiere.

Krabbe
Krabben haben Facettenaugen auf beweglichen Stielen. Dadurch können sie Bewegungen aus vielen Richtungen gleichzeitig wahrnehmen. Ideal für ein Leben zwischen Wasser und Land ist auch die spezielle Brechkraft ihrer flachen Hornhaut, die Scharfes Sehen überall möglich macht.

Papagei
Papageien haben sehr scharfe Linsenaugen und können ebenfalls UV-Licht sehen. Ihre Farbwahrnehmung ist extrem differenziert. Das unterstützt sie bei der Partnerwahl und beim Erkennen reifer Früchte.

Peitschen-Natter
Diese Schlange besitzt eine horizontal verlängerte Pupille, die an ein Schlüsselloch erinnert. Mit ihrer besonders feinen Tiefenwahrnehmung kann sie ihre Beute selbst dann erkennen, wenn diese sich nicht bewegt.

Python
Pythons haben Linsenaugen mit vertikalen Pupillen. Diese sind ideal um das Auge am Tag vor der Sonne zu schützen und in der Nacht weit zu öffnen. Zusätzlich besitzen sie Wärmesinnesorgane, entlang ihrer Lippen die ihnen helfen, Beute auch im Dunkeln zu orten. Eine Kombination aus Sehen und „Wärmefühlen“. Das Gehirn legt das Wärmebild über das optische Bild.

Leopard
Leoparden haben hoch entwickelte Raubtieraugen: Ihre Pupillen sind rund um die aktive Verfolgung Ihrer Beute zu unterstützen. Anders als Hauskatzen, deren Augen sich nahe am Boden befinden, nehmen sie durch Ihre Größe allein schon eine andere Perspektive ein und brauchen daher auch eine andere Pupille, um ein klares Umgebungsbild zu haben. Gemeinsam haben sie das Tapetum Luzidum.

Agame
Agamen besitzen Linsenaugen und zusätzlich ein sogenanntes Scheitelauge (Parietalauge) oben auf dem Kopf! Es ist aber keine Ocelle wie bei Spinnen und Heuschrecken. Während bei der Heuschrecke die Lichtänderung einen schnellen Sprung auslösen kann geht es hier um komplexere Analysen. Dieses Auge ist mit dem Hirn und einer Drüse so verdrahtet, das Hormone zum Beispiel dann ausschüttet werden, wenn die Agame Tag- und Nachtzyklen verarbeitet. Da Agamen wechselwarm sind, hilft ihnen dieses Auge z.B. zu entscheiden, wann sie sich in die Sonne legen müssen und wann der Körper vor Überhitzung geschützt werden muss.

Frosch
Frösche haben große, hervorstehende Linsenaugen mit weitem Blickfeld. Sie können gleichzeitig über und unter Wasser sehen. Ihre Augen helfen sogar beim Schlucken, indem sie Nahrung nach unten drücken. Sobald sich aber nichts mehr bewegt nimmt der Frosch nur noch ein Bild ohne Reiz wahr. Bei ihm feuern die Zellen nur wenn sich etwas bewegt. Wir Menschen nehmen stillstehende Objekte nur wahr, weil unsere Augen ständig zittern und somit neue Informationen weiter geben.

Chamäleon
Lückenloses 360-Grad-Panorama: Chamäleons können ihre Augen unabhängig voneinander bewegen. So beobachten sie gleichzeitig verschiedene Bereiche. Beim Jagen richten sie beide Augen auf ein Ziel aus – für perfekte Tiefenschätzung.

Uhu
Uhus haben große, nach vorne gerichtete Linsenaugen für hervorragende Tiefenwahrnehmung. Sie sind extrem lichtempfindlich – ideal für die Nachtjagd. Während unser menschliches Auge eher kugelförmig ist, ist das Auge der Eule wie eine Röhre oder ein Zylinder geformt und wird durch knöcherne Ringe im Schädel fixiert. Ihre Augen sind also kaum beweglich. Zum Ausgleich können sie aber ihren Kopf um bis zu 270 Grad drehen!

Libelle
Libellen haben riesige Facettenaugen mit tausenden Einzelaugen (Bis zu 30.000 Ommatidien). Dadurch erkennen sie Bewegungen extrem schnell und präzise. Dadurch gehören sie zu den erfolgreichsten Jägern unter den Insekten.

Fliege
Fliegen besitzen ebenfalls Facettenaugen mit sehr hoher Bewegungsempfindlichkeit. Sie nehmen schnelle Veränderungen wahr, da jeder Punkt einzelne Reize direkt abbildet. Deshalb sind sie so schwer zu fangen.

Koi
Anders als unsere weiche, verformbare Linse ist die eines Kois eine starre Kugel. Da er sie nicht verändern kann, verschiebt er die gesamte Linse im Auge wie ein Kameraobjektiv vor und zurück, um blitzschnell zwischen nahem Futter und fernen Schatten zu fokussieren.

Sittich
Sittiche sehen wie viele Vögel auch UV-Licht. Ihre Augen sehen sehr scharf und farbempfindlich. Das hilft ihnen bei sozialer Kommunikation und Nahrungssuche.

Wanze
Auch Wanze besitzen zusätzliche Punktaugen (Ozellen) zu ihren Facettenaugen. Sie sind die Helligkeitsmesser, die den Stand der Sonne registrieren – oder einen plötzlichen Schattenwurf.

Husky
Huskys haben Linsenaugen mit guter Bewegungserkennung. Sie sehen weniger Farben als wir, dafür Kontraste besser. Das Tapetum lucidum unterstützt sie beim Sehen in Dämmerung und Schneeumgebungen.

Spinne
Spinnen besitzen mehrere Punktaugen (Ocellen). Einige sind auf Schärfe spezialisiert, andere auf Bewegung. So entsteht ein Zusammenspiel verschiedener Sehfunktionen.

Heuschrecke
Heuschrecken haben Facettenaugen plus Punktaugen (Ocellen). Die Facettenaugen liefern das Bild, die Ocellen messen Lichtverhältnisse. So bleiben sie auch beim Springen und Fliegen orientiert.

Sepie
Sepien besitzen hochentwickelte Linsenaugen mit W-förmiger Pupille. Diese verbessert Kontrastsehen unter Wasser. Obwohl sie farbenblind sind, erkennen sie dadurch Muster und Licht extrem genau – perfekt für Tarnung. Aber wie kann das sein, dass sie auch Farben immitieren kann? Sie stellen den Abstand zwischen Linse und Netzhaut so gezielt ein, bis eine bestimmte Farbfrequenz scharf ist. Da verschiedene Farben unterschiedlich brechen, verschwimmt z. B. Rot, wenn Blau scharf gestellt ist. Die Sepie erkennt die Farbe also durch dieses präzise Fokussieren und weiß durch die Linsenstellung genau, welche Farbe sie gerade vor sich hat.
Auf Wiedersehen!
Wir hoffen, dass dir dieser Ausflug in die Tierwelt Freude bereitet hat.
Jetzt hast du auch einen tollen Rundumblick! Genau wie Haie, Springspinnen und Waldschnepfen. 😁